Die Intervention „Hoamatgsang – a folk song“ beschäftigt sich mit den Mechanismen
nationaler, bzw. regionaler Identitätsbildung und den daraus resultierenden
Ausgrenzungen. Die Oberösterreichische Landeshymne, ebenfalls ein Identitätsstifter,
bildet das zentrale „Material“ der Intervention.
Der Text der Oberösterreichischen Landeshymne „Hoamatgsang“ wurde von Franz
Stelzhamer (1802-1874) zunächst als Mundart-Gedicht verfasst.
1952 wurde „Hoamatgsang“ vom Oberösterreichischen Landtag offiziell zur Landeshymne
erklärt.
Eine (Landes)Hymne dient als Vehikel, mit der die Menschen innerhalb einer lokal
begrenzten Region ihre Identität ausdrücken. Sie ist in der Regel in der jeweiligen
Landessprache verfasst. In der Intervention „Hoamatgsang – a folk song“ geht es nun um die Aneignung dieses politischen Instrumentes und um eine Irritation der gewohnten Hör- und Denkweisen.
Der Text der OÖ Hymne wird in die rund 20 meist gesprochenen Sprachen in
(Ober)Österreich übersetzt. Durch diese an sich absurde Handlung wird die Hymne auch
Menschen zugänglich gemacht, die die deutsche Sprache bzw. die oberösterreichische
Mundart nicht beherrschen.
Im nächsten Schritt wird die Hymne von Menschen verschiedener Herkunft in ihrer
jeweiligen Muttersprache gesungen und digital aufgezeichnet.
Das Singen der Landeshymne in fremden Sprachen ist als symbolischer, politischer Akt
zu verstehen. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass jeder ein Recht darauf hat,
sich mit seiner Wahlheimat zu identifizieren.
MIT DANK AN:
Mark Alvarez, Francesco Aprea, Mate Heinrich, Sabah Joja, L´Aurent, Petr Ochvat, Jianan Qu, Katarina Scekic, Elfi Sonnberger, Karolina Szmit, Enrique Tomás